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Koordinierte Versorgung und Prämien

21.09.2026

Krankenkassenprämien finanzieren die Gesundheitskosten des gesamten versicherten Kollektivs. Koordinierte Versorgungsmodelle wie HMO plus senken diese Kosten nicht durch weniger Behandlung, sondern durch weniger Reibungsverluste an den Übergängen.

Im Gesundheitswesen arbeiten viele gute Fachpersonen

Eine Patientin wird von ihrer Hausärztin betreut, erhält Medikamente aus der Apotheke, besucht eine Spezialistin und wird später vielleicht durch die Spitex unterstützt. Jede dieser Stellen leistet wichtige Arbeit.

Die Herausforderung liegt häufig nicht bei den einzelnen Fachpersonen, sondern in den Übergängen zwischen ihnen: Wissen alle Beteiligten, welche Medikamente derzeit eingenommen werden? Wurde dieselbe Untersuchung bereits an einem anderen Ort durchgeführt? Ist eine empfohlene Kontrolle tatsächlich erfolgt? Passen die verschiedenen Behandlungen zusammen?

HMO plus setzt genau an diesen Übergängen an.

Wer ist beteiligt – und woran setzt die Koordination an?

Zentrale Anlaufstelle

Hausarztpraxis

Die gewählte Hausarztpraxis bleibt die erste Adresse bei gesundheitlichen Anliegen und behält die medizinische Führung. Sie behandelt selbst, beurteilt, ob eine spezialärztliche Abklärung nötig ist, und sorgt dafür, dass die richtige Fachstelle einbezogen wird.

Medikamente und Abgabe

Partnerapotheke

Bei der Abgabe kann darauf geachtet werden, welche weiteren Medikamente eingenommen werden und ob mögliche Doppelungen vorliegen. Auf bestimmte Generika gibt es 20 Prozent Rabatt. Bei Rückfragen sprechen sich Apotheke und Praxis direkt ab.

Rund um die Uhr erreichbar

Telemedizin

Die telemedizinische Beratung ist kostenlos und jederzeit verfügbar. Sie ordnet ein, ob ein Termin in der Praxis nötig ist, und hält die Praxis über den Verlauf auf dem Laufenden. Die Nummer teilt die jeweilige Versicherung mit.

Gezielte Abklärung

Spezialistin

Überweisungen laufen grundsätzlich über die Hausarztpraxis oder die telemedizinische Stelle. So kommen die nötigen Vorbefunde mit und dieselbe Untersuchung wird nicht zweimal durchgeführt. Für Notfälle und bestimmte Fachbereiche gelten Ausnahmen.

Unterstützung zu Hause

Spitex

Wenn nach einer Behandlung Unterstützung zu Hause nötig ist, stimmen Hausarztpraxis, Spitex und weitere Fachpersonen die Versorgung aufeinander ab – statt dass Angehörige die Informationen selbst weitergeben müssen.

Eine zentrale Stelle mit der Vogelperspektive

Im Modell HMO plus bleibt die Hausarztpraxis die zentrale medizinische Anlaufstelle. Ergänzend übernimmt HMO plus eine koordinierende Funktion. In den internen Versorgungskonzepten wird dafür eine übergreifende Sicht auf Diagnosen, Medikamente, Laborwerte, Vitalwerte und weitere verfügbare Informationen beschrieben.

Diese Vogelperspektive soll helfen, mögliche Auffälligkeiten zu erkennen, die im Alltag einer einzelnen Institution leicht übersehen werden könnten. Dazu gehören beispielsweise:

  • mögliche Doppelmedikationen
  • fehlende oder überfällige Kontrollen
  • Hinweise auf eine mögliche Unterversorgung
  • unnötige Doppeluntersuchungen
  • unkoordinierte Behandlungen
  • auffällige Entwicklungen bei Labor- oder Vitalwerten

Was im Hintergrund passiert

Nehmen wir eine fiktive Patientin mit Bluthochdruck und Diabetes. Sie besucht regelmässig ihre Hausarztpraxis und bezieht mehrere Medikamente in der Apotheke. Nach einem Termin bei einer Spezialistin wird ein weiteres Präparat hinzugefügt.

In einer wenig koordinierten Versorgung müssten die Patientin oder ihre Angehörigen darauf achten, dass alle Stellen über die Änderung informiert sind.

Im HMO-plus-Ansatz werden die verfügbaren Informationen übergreifend betrachtet. Fällt eine mögliche Doppelung oder eine andere Auffälligkeit auf, kann HMO plus Rücksprache mit der zuständigen Hausarztpraxis oder Apotheke halten. Die medizinische Beurteilung und die Entscheidung über eine Anpassung bleiben bei den dafür qualifizierten Fachpersonen.

Hausärztinnen und Hausärzte, Apothekerinnen und Apotheker, MPAs und weitere Beteiligte stimmen sich bei Bedarf ab. Dadurch kann beispielsweise geklärt werden, ob zwei ähnliche Medikamente tatsächlich gleichzeitig benötigt werden oder ob eine Therapie angepasst werden sollte.

Für Versicherte meistens unsichtbar

Ein wichtiger Teil dieser Koordination findet im Hintergrund statt. Versicherte müssen dafür nicht jede Information selbst weiterleiten und auch keine zusätzliche Stelle kontaktieren.

Wenn keine Handlung notwendig ist, merken sie möglicherweise gar nichts davon. Das ist beabsichtigt: Die Koordination soll den Alltag vereinfachen und nicht zusätzliche Termine oder administrative Aufgaben schaffen.

Anders ist es beim kostenlosen Gesundheitscoaching. Dieses Angebot nehmen Versicherte bewusst und freiwillig in Anspruch. Das Coaching kann unter anderem bei Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stress, Medikamententreue oder beim Umgang mit einer chronischen Erkrankung unterstützen.

Wie dadurch Kosten eingespart werden können

Koordination spart nicht dadurch, dass notwendige Leistungen verweigert werden. Sie spart, indem die vorhandenen Mittel gezielter eingesetzt werden.

Weniger Doppeluntersuchungen

Wenn eine Untersuchung bereits durchgeführt wurde und die notwendigen Informationen verfügbar sind, muss sie nicht unnötig wiederholt werden.

Gezieltere Überweisungen

Die Hausarztpraxis beurteilt, ob eine spezialärztliche Behandlung notwendig ist und sorgt dafür, dass die richtige Fachstelle einbezogen wird.

Besser abgestimmte Medikamente

Apotheke und Praxis können bei Auffälligkeiten Rücksprache halten. Das kann helfen, unnötige Doppelmedikationen zu erkennen und die Medikation übersichtlicher zu gestalten.

Frühzeitige Reaktion

Wenn wichtige Kontrollen fehlen oder sich Werte auffällig entwickeln, kann die zuständige Praxis die Situation medizinisch beurteilen. Eine frühzeitige Reaktion kann verhindern, dass aus einem überschaubaren Problem eine aufwendigere Behandlung wird.

Mehr Unterstützung bei chronischen Erkrankungen

Gut abgestimmte Kontrollen, eine verständliche Medikation und die Unterstützung im Alltag können besonders bei chronischen Erkrankungen wichtig sein. HMO plus sieht deshalb auch Programme für die strukturierte Betreuung geeigneter Patientinnen und Patienten vor.

Mehr Koordination bedeutet nicht weniger Medizin

Das Ziel von HMO plus ist nicht, möglichst wenige Leistungen zu erbringen. In den internen Leitlinien wird ausdrücklich eine kosteneffiziente und vorausschauende Versorgung beschrieben. Patientinnen und Patienten sollen bei Bedarf eng begleitet werden, damit Verschlechterungen früh erkannt werden können. Gleichzeitig sollen unnötige Abklärungen und Überweisungen vermieden werden.

Das ist ein entscheidender Unterschied: Weniger Kosten sollen nicht durch schlechtere Betreuung entstehen, sondern durch weniger Reibungsverluste.

Was das mit den Prämien zu tun hat

Die Krankenkassenprämien finanzieren die Gesundheitskosten des gesamten versicherten Kollektivs. Werden unnötige Wiederholungen vermieden, Medikamente wirtschaftlicher bezogen und Behandlungen besser abgestimmt, sinken die Gesamtkosten.

HMO plus verbindet diesen Ansatz mit einer finanziellen Kostenverantwortung. Dadurch besteht für das Netzwerk ein konkreter Anreiz, die Versorgung langfristig effizient zu organisieren, ohne notwendige Behandlungen einzuschränken.

Für Versicherte bedeutet das: Sie profitieren nicht nur von einer günstigeren Prämie aufgrund des gewählten Versicherungsmodells. Sie werden Teil eines Systems, das gezielt versucht, gute Versorgung und einen verantwortungsvollen Umgang mit den gemeinsamen Gesundheitskosten miteinander zu verbinden.

Die Idee hinter HMO plus ist einfach

Die Hausarztpraxis bleibt Ihre vertraute Anlaufstelle. Gleichzeitig gibt es im Hintergrund jemanden, der das Gesamtbild im Auge behält und die Beteiligten bei Bedarf zusammenbringt.


Häufige Fragen zur koordinierten Versorgung

Die Prämie ist tiefer, weil die Wahl der Leistungserbringer eingeschränkt ist und die Versorgung koordiniert abläuft. Weniger Doppeluntersuchungen, gezieltere Überweisungen und wirtschaftlicher bezogene Medikamente senken die Gesamtkosten des versicherten Kollektivs – und diese Gesamtkosten bestimmen langfristig die Prämien.

Nein. Das Ziel ist nicht, möglichst wenige Leistungen zu erbringen. Die internen Leitlinien beschreiben ausdrücklich eine kosteneffiziente und vorausschauende Versorgung: enge Begleitung bei Bedarf, aber keine unnötigen Abklärungen und Überweisungen.

Nein. Ein wichtiger Teil der Koordination findet im Hintergrund statt. Sie müssen keine Informationen selbst weiterleiten und keine zusätzliche Stelle kontaktieren. Wenn keine Handlung notwendig ist, merken Sie möglicherweise gar nichts davon.

Die medizinische Beurteilung und die Entscheidung über eine Anpassung bleiben immer bei den dafür qualifizierten Fachpersonen – in der Regel bei Ihrer Hausarztpraxis.