Versicherte im Modell HMO plus erhalten bei teilnehmenden Partnern 20 Prozent Rabatt auf bestimmte Generika. Bei regelmässigem Medikamentenbedarf summiert sich das über ein Jahr auf mehrere hundert Franken.
Kleine Rabatte können über das Jahr viel bewirken
Viele Menschen benötigen nur gelegentlich ein Medikament. Für Personen mit einer chronischen Erkrankung gehören Medikamente dagegen häufig zum Alltag. Sie benötigen beispielsweise regelmässig Präparate gegen Bluthochdruck, Diabetes, Asthma oder andere lang andauernde Erkrankungen.
HMO plus setzt deshalb gezielt bei den Medikamentenkosten an: Versicherte erhalten bei den teilnehmenden Partnern auf bestimmte Generika einen Rabatt von 20 Prozent. Die internen HMO-plus-Unterlagen sehen diesen Rabatt insbesondere für Generika der vereinbarten Partnerhersteller vor. Je nach Produkt und Bezugssituation können Ausnahmen gelten.
Was ist eigentlich ein Generikum?
Ein Generikum enthält grundsätzlich denselben Wirkstoff wie das entsprechende Originalpräparat. Es wird nach Ablauf des Patents angeboten und ist häufig günstiger als das Original.
Im Modell HMO plus sollen Versicherte deshalb, sofern verfügbar und medizinisch vertretbar, Generika oder Biosimilars verwenden. Wenn kein Generikum erhältlich ist oder medizinische Gründe für ein bestimmtes Originalpräparat sprechen, kann weiterhin das notwendige Originalpräparat eingesetzt werden. In diesem Fall entfällt jedoch möglicherweise der zusätzliche Rabatt.
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen
Der folgende Rechner ist bewusst vereinfacht. Er zeigt den reinen Effekt eines Rabatts von 20 Prozent. Die tatsächliche persönliche Kostenbeteiligung hängt unter anderem von Franchise, Selbstbehalt, Versicherungsbedingungen und bezogenem Produkt ab.
Was bringt der Generikarabatt in Ihrem Fall?
20 % Rabatt
CHF 240
weniger Medikamentenkosten pro Jahr
Verbleibende Kosten
CHF 960
statt CHF 1’200
Über fünf Jahre
CHF 1’200
bei unveränderten Preisen
Vereinfachte Darstellung des reinen Rabatteffekts auf rabattfähige Generika. Wie viel davon direkt bei Ihnen ankommt, hängt von Franchise, Selbstbehalt, Versicherungsbedingungen und dem bezogenen Produkt ab. Die abgerechneten Gesundheitskosten sinken in jedem Fall um den vollen Betrag.
Drei Beispiele zum Vergleich
Beispiel 1: Eine Person bezieht während eines Jahres Generika im Wert von insgesamt CHF 300. Der Rabatt von 20 Prozent beträgt CHF 60, es verbleiben CHF 240. Die Einsparung beträgt in diesem Beispiel CHF 60 pro Jahr.
Beispiel 2: Eine Person benötigt mehrere Medikamente, deren rabattfähiger Gesamtpreis CHF 1’200 pro Jahr beträgt. Der Rabatt beträgt CHF 240, es verbleiben CHF 960.
Beispiel 3: Eine chronisch kranke Person bezieht rabattfähige Generika im Wert von CHF 2’500 pro Jahr. Hier werden die gesamten Medikamentenkosten um CHF 500 reduziert.
Diese Beispiele bedeuten nicht automatisch, dass der gesamte Rabatt als direkte Auszahlung bei der versicherten Person ankommt. Je nach Franchise und bereits erreichter Kostenbeteiligung verteilt sich der Vorteil zwischen der versicherten Person und der Krankenversicherung. Entscheidend ist aber: Die abgerechneten Gesundheitskosten sinken.
Warum ist das besonders für chronisch kranke Menschen interessant?
Wer dauerhaft Medikamente benötigt, verursacht nicht nur einmalige, sondern wiederkehrende Kosten. Ein Rabatt wirkt deshalb bei jeder rabattberechtigten Abgabe erneut.
Nehmen wir an, eine Person benötigt monatlich Generika für CHF 150. Der jährliche Preis ohne Rabatt beträgt damit CHF 1’800, der Rabatt von 20 Prozent CHF 360 und der jährliche Preis nach Rabatt CHF 1’440. Über fünf Jahre ergibt das bei unveränderten Preisen eine rechnerische Gesamtreduktion von CHF 1’800.
Chronisch kranke Menschen können ausserdem von der koordinierten Betreuung profitieren. Das Modell sieht Disease- und Chronic-Care-Programme für geeignete Erkrankungen vor. Dazu können beispielsweise Diabetes, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck sowie chronische Atemwegserkrankungen gehören.
Lohnt sich der Rabatt auch bei einer tiefen Franchise?
Ja, allerdings muss zwischen dem persönlichen Vorteil und dem Vorteil für das gesamte Versicherungsmodell unterschieden werden.
Bei einer tiefen Franchise übernimmt die Krankenversicherung früher einen grossen Teil der versicherten Kosten. Nach Überschreiten der Franchise fällt grundsätzlich eine prozentuale Kostenbeteiligung an. Für Medikamente beträgt der Selbstbehalt grundsätzlich 10 Prozent der Kosten über der Franchise; bei bestimmten teureren Präparaten kann ein erhöhter Selbstbehalt gelten.
Ein vereinfachtes Beispiel: Ein rabattfähiges Generikum kostet regulär CHF 100. Mit 20 Prozent Rabatt kostet es noch CHF 80. Wenn die Franchise bereits erreicht ist und ein Selbstbehalt von 10 Prozent gilt, betragen die persönlichen Kosten ohne Rabatt CHF 10 und mit Rabatt CHF 8. Die direkte persönliche Einsparung beträgt CHF 2, die Einsparung bei den gesamten Medikamentenkosten CHF 20.
Die unmittelbar sichtbare Einsparung für die versicherte Person ist in diesem Beispiel kleiner als CHF 20. Für die Gesamtkosten der Grundversicherung werden trotzdem die vollen CHF 20 eingespart.
Erhöhter Selbstbehalt auf bestimmten Originalpräparaten
Seit dem 1. Januar 2024 gilt auf bestimmten Originalpräparaten, zu denen ein günstigeres Generikum verfügbar ist, ein erhöhter Selbstbehalt von 40 Prozent statt 10 Prozent. Wer auf ein Generikum ausweichen kann, spart deshalb doppelt: über den tieferen Preis und über den tieferen Selbstbehalt. Massgebend ist die Liste des Bundesamts für Gesundheit.
Und genau dieser zweite Effekt ist langfristig wichtig: Krankenkassenprämien werden durch die gesamten Kosten des versicherten Kollektivs beeinflusst. Wenn Medikamente günstiger bezogen, Doppelmedikationen vermieden und Behandlungen besser koordiniert werden, muss das Modell insgesamt weniger Leistungen finanzieren. HMO plus verfolgt deshalb das Ziel, seine Kosten gegenüber dem Standardmodell schrittweise zu senken.
Sparen, ohne bei der Behandlung zu sparen
Der Generikarabatt ist kein Verzicht auf eine notwendige Behandlung. Es geht darum, bei vergleichbaren Medikamenten eine wirtschaftlichere Möglichkeit zu nutzen.
Für Versicherte entsteht dadurch ein doppelter Nutzen:
- Die Kosten des einzelnen Medikaments sinken.
- Die Gesamtkosten des Versicherungsmodells werden entlastet.
Gerade für Menschen mit regelmässigem Medikamentenbedarf kann sich dieser Effekt über Monate und Jahre deutlich summieren. Gleichzeitig hilft der Medikamentenbezug innerhalb des Netzwerks dabei, die Medikation besser zu überblicken und mögliche Doppelungen frühzeitig zu erkennen.
Häufige Fragen zum Generikarabatt
Versicherte erhalten bei den teilnehmenden Partnern 20 Prozent Rabatt auf bestimmte Generika. Der Rabatt ist insbesondere für Generika der vereinbarten Partnerhersteller vorgesehen. Je nach Produkt und Bezugssituation können Ausnahmen gelten.
Sofern verfügbar und medizinisch vertretbar, sollen Generika oder Biosimilars verwendet werden. Wenn kein Generikum erhältlich ist oder medizinische Gründe für ein bestimmtes Originalpräparat sprechen, kann weiterhin das notwendige Originalpräparat eingesetzt werden.
Medikamente können Sie in Ihrer Hausarztpraxis oder in einer Partnerapotheke beziehen. Zudem können Medikamente über die Versandapotheke munter.ch bestellt und nach Hause geliefert werden.
Ja. Bei einer tiefen Franchise ist die unmittelbar sichtbare persönliche Einsparung kleiner, weil die Krankenversicherung einen grossen Teil der Kosten übernimmt. Die gesamten abgerechneten Medikamentenkosten sinken aber um den vollen Rabattbetrag – und genau diese Gesamtkosten beeinflussen langfristig die Prämien.